
... begann im Frühsommer des vergangenen Jahres. Die Raupe hatte bereits eine sehr schwere Zeit hinter sich, viele Höhen und noch viel mehr Tiefen galt es da zu überwinden, bis sich die Raupe schließlich in ihrem Kokon hüllen und zu einem wunderbaren Schmetterling heranwachsen konnte.
Als es dem Schmetterling gelungen war, sich endlich aus seinem engen, klemmenden Kokon zu befreien, lief ihm ein seltsamer Engel über den Weg. Keiner der beiden wusste, dass sie sich über längere Zeit sehr intensiv miteiander beschäftigen würden. Außer ein paar kleinen flüchtigen, aber doch höflichen Gesten trennten sich die Wege der beiden wieder. Ohne dass sie auch nur irgendwelche eventuell bedeutsamen Dinge voneinander wussten.
Doch irgendwie fühlte sich der Engel so sehr zu diesem Schmetterling hingezogen, dass er sich ganz bewusst auf die Suche nach ihm machte. Auf einer großen und bunten Wiese konnte der Engel den Schmetterling plötzlich entdecken und schubste ihn ganz leicht an. Der Schmetterling war überwältigt und freute sich sehr, diesen, seinen Engel wiedergefunden zu haben. Der Engel hatte grade eine sehr schwere Zeit durchzumachen, der Schmetterling, welcher in der Zeit in seinem Kokon sehr gereift war, hatte nun alle Kraft um den Engel auf seinem schweren und neuem Weg zu begleiten, zu stützen, zu stärken. Duch dieses gemeinsame Gehen des schweren Weges des Engels wuchsen die beiden immer näher zusammen und bemerkten auf einmal, dass es ohne den anderen eigentlich gar nicht mehr geht. Die folgende Zeit war für die beiden sehr schön, sie genossen die Gemeinsamkeiten, die gemeinsame Zeit, die vielen vertrauten und tiefen Gespräche, die tiefen Gefühle füreinander.
Doch bald kam der erste Vorbote des langen und kalten Winters. Der Schmetterling hatte sich plötzlich verändert. Auf diesem seinen Weg der Veränderung lernte er einen Stern kennen. Dieser Stern wusste über die Entwicklung des Schmetterlings. Und auch der Stern war dazu bereit, dem Schmetterling bei der Aufarbeitung vieler Erlebnisse zu helfen. Doch bald darauf verglühte der Stern...
Der erste schwere Herbstregen war vorbei und der Schmetterling fasste wieder neuen Mut und neue Lebenskraft. Er machte sich auf die Suche nach dem Engel und fand ihn. Es fühlte sich für beide an, als seinen sie nie voneinander getrennt gewesen. Doch es sollte nicht lange dauern, bis dann endgültig der bitterkalte Winter mit viel Eis, Schnee und Sturm über die beiden hereinbrach. Der Schmetterling konnte all diesen Einflüssen nicht standhalten, hatte plötzlich keine Kraft und keine Energie mehr, hatte den Mut um das Überleben zu kämpfen, verloren. Der Engel versuchte noch einige Zeit, all seine Energie und Kraft dafür aufzuwenden, um den Schmetterling irgendwie am Leben zu erhalten. Letztendlich hatte der Engel dem Kampf um den Schmetterling verloren.
Dennoch gibt der Engel die Hoffnung nicht auf, seinen Schmetterling wiederzubekommen, wenn Eis und Schnee geschmolzen sind...